Literaturinfo 3/2010                                                                                                                                                                                                                                   zurück zur Literaturseite

 

  1. Frank Charles Bostock: The Training of Wild Animals
  2. Von Abfaller bis Zwölferzug. Ein Wörterbuch der Artistik, zusammengestellt von Gisela Winkler
  3. Monika Firla: Der Kameruner Artist Hermann Kessern
  4. George Conklin, Harvey Woods Root: The Ways of the Circus
  5. David Jamieson, Malcolm Clay (Hrsg.): Circus Posters
  6. Nick West: The Great Southern Circus
  7. Tony Ratcliffe: The Elephant Man
  8. Luc Bucherie: Du fil du tailleur au câble du funambule
  9. Marie Chrisostome-Gouriou: Le cercle enchenté
  10. Didier Richard, Paule Garrigue: Le Cirque Russe en France
  11. Jean-François Lecoutre: Cirque Amar, l’amour du cirque depuis 1924
  12. Jean-François Lecoutre: Le mag des vehicules & chapiteaus du cirque. Circus Krone
  13. Walter Wettach: Grock. Das verrückte Leben des Adrien Wettach
  14. Reinhard Kleindl: slackline, die kunst des modernen seiltanzens für anfänger und fortgeschrittene
  15. Frank Bruce: Showfolk. An Oral History of a Fairground Dynasty
  16. Sabine Claudia Tanner: Vom Varieté zum Kino. Die Baugeschichte des Wiener „Apollo“-Varietés von 1903 - 1929
  17. Delia Müller: Das bittere Erbe. Erika Fuchs, Tochter des Hellsehers Hanussen, erzählt

Kinderbücher

  1. Jorge Bucay: Wie der Elefant die Freiheit fand
  2. Kitty Jones: The Black Circus Caravan. Der schwarze Zirkuswagen
  3. minigrips! Zirkus
  4. Markus Osterwald: Bobo im Zirkus
  5. Arminio Rothstein: Toby & Tobias. Die Abenteuer aus dem Zirkus HABAKUK
  6. Manuela Sanne, Ariane Rudolph: Tuffi – eine elefantastische Geschichte
  7. Helge Glatzel-Poch: Zirkus. Malbuch ab 5
  8. Xavier Deneux: Mein allererstes Zirkusbuch
  9. Kunterbunter Spielspaß mit Pippi im Zirkus
  10. Carmen Kofler, Evi Gasser: Ratzifatti Manderlatti

Frank Charles Bostock: The Training of Wild Animals

Watchmaker Publishing 1903, Reprint, Palm Springs o. J., 256 S., Abb., ISBN 978-1-60386-190-8

 

Der Dompteur Frank Charles Bostock (1866 – 1912) begann seine Karriere mit 15 Jahren in der Menagerie seines Vaters, als er sah, dass ein Dompteur die Tiere schlecht behandelte. Er übernahm die Löwengruppe und führte sie als „Boy Trainer“ vor. Viele andere Raubtiergruppen folgten, als er 1881 die Menagerie übernahm. In seinem Buch erzählt er von Tierlehrern wie Jack Bonavita, Herman Weedon, Eduard Deyerling und Louise Morelli, von Zwischenfällen wie Ausbrüchen und Angriffen der Tiere. Den Hauptteil bilden aber seine Ausführungen über die Methoden der Raubtierdressur, die Risiken und Erfordernisse an einen Dompteur.

 

Gisela Winkler

 

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Von Abfaller bis Zwölferzug. Ein Wörterbuch der Artistik, zusammengestellt von Gisela Winkler

Edition Schwarzdruck, Berlin 2010, 143 S., Abb., ISBN 978-3-935194-33-4, 18 €

 

Wörterbücher sind keine Lesebücher. Und lüften doch so manches Geheimnis. Wer beispielsweise kann auf Anhieb sagen, was Poischwingen ist? Jeder, der ein aufgeschnapptes Fachwort falsch anwendet, blamiert sich. Das kommt in der Presse häufig vor, insbesondere, wenn es um die unterhaltenden Künste geht. Seit dieses Büchlein erschien, kann sich niemand mehr herausreden. Die Autorin des produktiven Berliner Duos dachte bei ihrer aufwändigen und akribischen Arbeit sicher nicht primär an Journalisten. Vielmehr an all jene, die beruflich oder semiprofessionell mit der Materie befasst sind, an die Kinderzirkusse, Artistenschulen und Projektzirkusse, an Ausbilder, Festivalorganisatoren und Juroren, an Jongleur- und Magiervereine, Zirkus- und Varietéfreunde, insbesondere aber an die neuen Artistengenerationen, die seit Jahrzehnten ein solches kompaktes Nachschlagewerk vermissen, sich mit unzeitgemäßen, teils willkürlichen Zusammenstellungen oder Werken allein zu speziellen Fachgebieten begnügen mussten. Gisela Winkler geht es, wie deutlich erkennbar, um eine entstaubte Handreichung aus der Praxis für die Praxis. Bewandert in Theorie und Geschichte, erfahren in der Praxis, legt sie die Definition von Artistik (gern verwechselt mit Akrobatik) zugrunde und spannt den Bogen der Stichworte von Traditionellem in Zirkus und Varieté bis in die Grenzbereiche des Sports, die immer mehr Bühne und Manege erobern. Dabei versteht sie es, die Lemma knapp und präzise zu formulieren. Definitionen von Grundbegriffen bringt sie auf den neuesten Stand, mit geschichtlichen Anmerkungen geht sie sparsam um – dafür gibt es andere Bücher. Dass Zirkus und Varieté als zentrale unterhaltende Künste im Mittelpunkt stehen, versteht sich von selbst. Wobei neben Breite die Tiefe beeindruckt. Selbst die wichtigsten Pferderassen sind vertreten. Neue Trends –  Cirque Nouveau bis beispielweise Pole Dance und New Burlesque  – fehlen nicht. Winklers besonderes Augenmerk gilt jenen Genres und Tricks, die unter der Jugend sehr verbreitet sind wie Jonglage, Einradfahren, BMX, Break Dance, Diabolo und Devilsticks, ebenfalls Neuheiten, etwa Cyr Wheel und Poischwingen. In breit gefächerten Fachgebieten, beispielsweise bei Jonglage und Magie, bezieht sie einzelne Spielarten und wichtige Tricks ein.

Im Anhang werden – besonders lobenswert – ausgewählte deutsche Fachwörter in Englisch, Französisch und Russisch wiedergegeben.

Alles das macht dieses Buch mit 143 Seiten und vielen Fotos auf bester Papierqualität zum modernsten Wörterbuch „unserer“ Szene. Edition Schwarzbuch Berlin ist das Erscheinen zu danken. Ein hübscher Gag übrigen                                                                                                 

 

Ernst Günther

 

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Monika Firla: Der Kameruner Artist Hermann Kessern. Ein schwarzer Crailsheimer.

Historische Schriftenreihe der Stadt Crailsheim, Band 9. Baier Verlag, Crailsheim 2010, 240 S., Abb., ISBN 978-3-929233-67-4, 14,90 €

 

Die Stadt Crailsheim kann auf eine lange Volksfest- und Zirkustradition zurückblicken, Das „Fränkische Volksfest“ ist nach dem „Cannstatter Wasen“ das zweitgrößte im Bundesland Baden-Württemberg und existiert seit Mitte des 19. Jh., hier traten immer auch Artisten auf. Ein Artist, der sechzig Jahre lang in Crailsheim ansässig war, zeichnete sich gegenüber anderen durch seine Herkunft aus: Er stammte aus Duala in der ehemals deutschen Kolonie Kamerun. Die Toleranz der Crailsheimer, die dank ihrer Liebe zum Zirkus allem Exotischen gegenüber sehr aufgeschlossen sind, ermöglichte es, dass der schwarze Mitbürger Hermann Kessern unangefochten und allgemein geachtet von den zwanziger Jahren an bis zu seinem Tod 1981 hier leben konnte. Unterbrochen wurde dieser Aufenthalt von Tourneen, die er mit seiner Truppe „Bonambelas“ mit Zirkussen wie Sarrasani, Krone, Holzmüller, Heppenheimer, Althoff, Fischer unternahm. Die Truppe zeigte vor allem Fakirarbeit, wurden aber auch als „Indischer Akt“ annonciert.

Die Autorin Monika Firla, die sich schon in anderen Zusammenhängen mit dem Thema „Afrikaner in Württemberg“ beschäftigt hat, zeichnet in ihrem Buch den Lebensweg des afrikanischen Artisten in Deutschland mit vielen Details und über 800 Quellenbelegen nach und verbindet dabei Heimat- mit Kolonial- und Zirkusgeschichte – ein interessanter, lesenswerter Beitrag zur Kulturgeschichte.

 

Gisela Winkler

 

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 George Conklin, Harvey Woods Root: The Ways of the Circus: Being the Memoirs and Adventures of George Conklin, Tamer Of Lions (1921)

Harper & Brothers Publishers, New York, London 1921

Reprint Kessinger Publishing, Whitefish 2010, 308 S., Abb., ISBN 978-1-120207088, 30,95

 

George Conklin (1845 – 1924) arbeitete als Löwendompteur und Elefantentrainer bei amerikanischen Zirkussen wie John O’Brian, Cole, aber vor allem bei Barnum & Bailey, bis er 1907 die Manege verließ.

Seine Erinnerungen vermitteln ein anschauliches Bild des amerikanischen Zirkus in der zweiten Hälfte des 19. Jh.

 

Gisela Winkler

 

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 David Jamieson, Malcolm Clay (Hrsg.): Circus Posters. 250 posters from the Archive of the Circus Friends Association

Little Hormead, Aarvark Publishing 2010, 128 S., Abb., ISBN 978-1-872904-46-7, 25 £

 

Der Band vereint 250 in Farbe abgebildete englische Zirkusplakate. Neben einigen Abbildungen aus dem 19. Jh. , dem Beginn des 20.Jh. und der 30er Jahre bilden Plakate der Zeit zwischen 1950 und 1960 den Hauptteil, weitere Abbildungen gelten den Zeiten zwischen 1960 und 1970 und nach 1990.

Ausgewählt wurden viele englische Zirkusse, aber auch Gastspiele in England.

Der Band gibt einen interessanten Überblick über die Entwicklung des Zirkusplakats in Großbritannien.

 

D. Winkler

 

 

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Nick West: The Great Southern Circus. The Adventure of a Lifetime

Xlibris Corp., Bloomington 2010, 117 S., ISBN 978-1-4500-3858-4, 19,99 $

 

Der “Great Southern Circus” war eines der kleineren Zirkusunternehmen, die im 19. Jh. in den USA reisten. Der Autor schildert die Reisen dieses Zirkus von 1859 – 1861 durch 18 Bundesstaaten, bedroht vom Bürgerkrieg und vielen anderen Schwierigkeiten. Es ist auch die Liebesgeschichte einer jungen Zirkusreiterin und des jungen Mannes, der sich ihretwegen dem Zirkus anschließt, und die Geschichte der Freundschaft mit einem Schwarzen, der als Artist mit dem Zirkus reist.

Der Autor, selbst Nachkomme dieser Zirkusfamilie, will die Geschichte des „Orton and Older’s Great Southern Circus“ fortsetzen.

 

Gisela Winkler

 

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Tony Ratcliffe: The Elephant Man. A Pictorial Autobiography of the Whirling Bros. Circus

Op.cit. Ltd., Parakai (Neuseeland) 2010, 168 S., Abbt. ISBN 978-0-473-16437-9, 39,95 Neuseel. Dollar

 

Der 1970 gegründete Whirling Bros. Circus war bis zu seiner kürzlich erfolgten Einstellung der größte Reisezirkus in Neuseeland. Sein Star war der Elefant Jumbo. Der Zirkusgründer Tony Ratcliffe beschreibt die Geschichte seines Zirkus, seiner Artisten und Tiere.

Der gut gestaltete Band ist stark auf Fotos gestellt und vermittelt so ein anschauliches Bild dieses Unternehmens.

 

Gisela Winkler

 

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Luc Bucherie: Du fil du tailleur au câble du funambule, l’etonnante histoire des „Compagnons du Ciel“ de Robert Dolnay

Selbstverlag, La Rochelle 2010, 211 S., Abb.

 

Robert Chioru-Dolnay gründete 1955 die Hochseiltruppe „Compagnons du Ciel“, mit dabei waren damals Roland Schmidt und Günther Ahrens-Bergmann, später waren auch andere Partner in der Truppe tätig. Sie bestand bis 1965.

Der Autor Luc Bucherie hat detailliert die Geschichte der Hochseiltruppe, ihre Zusammensetzung und ihre Auftritte recherchiert und anhand von Unterlagen, Zeitungsberichten und mit der Unterstützung von Sonia Dolnay recherchiert.

Der Band ist mit zahlreichen Fotos illustriert.

 

D. Winkler

 

 

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Marie Chrisostome-Gouriou: Le cercle enchenté. Salut aux gens du cirque!

C’Est-Á-Dire Édition: Saint-Michel l’Observatoire 2009, 80 S., Abb., ISBN 978-2-95275647-1, 14.- €

 

Unter dem Titel „Ein Gruß den Zirkusleuten!“ versammelt das Bändchen Gedichte zum Thema Zirkus, kurze Essays und Porträtskizzen über französische Zirkusse und Artisten.

Der Zirkus von Marie Chrisostome - das sind Gruss, Bouglione, Zavatta und andere, das sind die Karawanen, die von den Lastwagen gezogen, mit den Tieren und mit dem Stroh, mit den Dompteuren, mit den Akrobaten und mit den Clowns. Das Bändchen ist eine Liebeserklärung an den Zirkus.

Illustriert ist es mit zahlreichen Aufnahmen der Fotografin François Xavier Émery.

 

D. Winkler

 

 

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Didier Richard, Paule Garrigue: Le Cirque Russe en France

Èditions Édite, Paris 2010, 239 S., Abb., ISBN 978-2-846-08279-2, 28.- €

 

Der Band gibt einen umfassenden Überblick über alle Gastspiele des sowjetischen bzw. des russischen Staatszirkus in Frankreich. Die Gastspiele sind gegliedert in Hallengastspiele, die seit 1953 stattfanden, in Gastspiele in französischen Chapiteauzirkussen und im Cirque d’Hiver. In weiteren Abschnitten sind die russischen Teilnehmer am Festival Mondial du Cirque in Paris und am Festival in Massy aufgeführt.

Der Band ist umfangreich illustriert mit Darbietungsfotos, Abbildungen von Plakaten und Programmheft­titeln sowie mit Zeichnungen von Paule Garrigue.

 

D. Winkler

 

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 Jean-François Lecoutre: Cirque Amar, l’amour du cirque depuis 1924

Selbstverlag, Barlieu 2010, 192 S., Abb., ISBN 2-9512881-7-4, 42 €

 

Der Autor hat in diesem Bild-Text-Band die Geschichte des Zirkus Amar zwischen 1924 und 2010 zusammengestellt. Der Band ist chronologisch nach Jahren gegliedert, die einzelnen Abschnitte sind dabei thematisch auf die jeweiligen Tourneen, die Direktionen (ab den 70er Jahren sind das u.a. Firmin Bouglione, Carrington, die Familie Rech und bis heute dann die Familie Falck) oder auf herausragende Akteure, wie Achille Zavatta oder Wolfgang Holzmair orientiert.

Die Jahresabschnitte sind mit vielen, z. T. farbigen Abbildungen von Artisten, verschiedenen Zirkusaufnahmen, Plakaten, Programmheften und Zeitungsberichten illustriert.

 

D. Winkler

 

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Jean-François Lecoutre: Le mag des vehicules & chapiteaus de cirque. Hors série Circus Krone

Selbstverlag, Barlieu 2010, 62 S., Abb., 16 €

 

Der Autor und Herausgeber Jean-François Lecoutre beabsichtigt, eine in loser Folge erscheinende Serie mit Abbildungen von Zirkusfahrzeugen und Chapiteaus herauszugeben.

Das erste Heft gilt dem Zirkus Krone, es enthält neben einer kurzen Einführung mit Abbildungen aus historischen Krone-Programmheften Fotos vom Eisenbahntransport des Zirkus 1983 und Fotos von Fahrzeugen und Wagen des Unternehmens der letzten Jahre.

 

D. Winkler

 

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Walter Wettach, Grock. Das verrückte Leben des Adrien Wettach

Verlag Pro Libro, Luzern 2010, 95 S., Abb., ISBN 978-3-905927-00-9, 19,50 €

 

Von und über den Clown Adrien Wettach–Grock gibt es zahlreiche Bücher. Sein Namensvetter Walter Wettach hat nun basierend auf diesen Veröffentlichungen und ergänzt um eine Ahnensuche der Wettachs eine Biografie des berühmten Schweizer Clowns herausgegeben, die dessen Leben und künstlerische Karriere nachzeichnet. Dabei verschweigt er nicht die problematischen Seiten Grocks. Wer vor den umfangreichen Grock-Büchern zurückschreckt, gewinnt mit diesem Bändchen einen Eindruck von diesem „König der Clowns“

 

Gisela Winkler

 

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Reinhard Kleindl: slackline. die kunst des modernen seiltanzens für anfänger und fortgeschrittene

Meyer & Meyer Verlag, Aachen 2010, 151 S., Abb., ISBN 978-3-89899-565-8, 16,95 €

 

Slackline, das Balancieren auf einem flachen Band, ist zum Trendsport geworden und wird sicher auch Eingang in den Zirkus finden, Neben den einfachen Slacklines gibt es Longlines, die bis zu 100 m lang sein können, und Jumplines, die Sprünge ermöglichen. Als Highlines werden sie in großer Höhe gespannt.

Der Autor erläutert die Formen der Bänder und die Techniken. Ein Interview mit dem Schweizer Artisten David Dimitri macht die Unterschiede zum traditionellen Seiltanz und der Hochseilakrobatik deutlich.

Das Buch ist mit zahlreichen erläutenden Farbfotos illustriert.

 

Gisela Winkler

 

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Frank Bruce: Showfolk. An Oral History of a Fairground Dynasty

National Museums Scotland, Edinburgh 2010, 228 S., Abb., ISBN 978-1-905267-45-3, 10,99 £

 

Die Geschichte der Schausteller- und Artistenfamilie Codona lässt sich um rund zwei Jahrhunderte zurückverfolgen. Sie kam ursprünglich aus Italien oder Spanien, der Hauptteil der Familie siedelte sich in Schottland an. Sie galten über Generationen hinweg als die „Könige der Schausteller“ in Schottland. Zur Großfamilie zählten aber auch Artisten wie die Reiterin Adelaide Codona, ihre Enkelin Victoria als Seilläuferin und ihr Enkel Alfredo als Trapezartist.

Das Buch basiert vor allem auf Interviews mit den heute noch lebenden Familienmitgliedern, ihren Erinnerungen an die Vorfahren und zahlreichen Dokumenten.

Auch heute reisen Codonas als Schausteller und setzen so die Tradition fort.

 

Gisela Winkler

 

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 Sabine Claudia Tanner: Vom Varieté zum Kino. Die Baugeschichte des Wiener „Apollo“-Varietés von 1903 - 1929

VDM Verlag Dr. Müller, Saarbrücken 2009, 126 S., Abb., ISBN 978-3-639-22060-5, 59.- €

 

Als nach 1900 das Varieté seine Blüte erlebte, entstanden im deutschsprachigen Raum zahlreiche Varietébühnen. Dazu zählte auch das „Apollo“-Varieté in Wien, das am 1.9.1904 eröffnet wurde. Direktor und wenig später auch Besitzer wurde Ben Tieber, der bereits vorher in Wien das Varieté „Colosseum“ geleitet hatte. Unter Tieber überflügelte das Apollo bald das bis dahin bedeutendste Wiener Varieté „Ronacher“ und gehörte nun zu den führenden Häusern im deutschsprachigen Raum. Nachdem sich Tieber 1923 aus gesundheitlichen Gründen zurückzog, spielte man dort Theater und auch kurzzeitig wieder Varieté. 1928 wurde das Haus geschlossen und danach zum Kino umgebaut, als das es heute – in modernisierter Form – noch immer besteht.

Sabine Claudia Tanner untersucht in ihrer Arbeit die Baugeschichte des Hauses, geht in der Einführung aber auch auf die allgemeine Varietégeschichte und das Programm des Hauses ein und würdigt den Direktor Ben Tieber. Die Publikation ist ein interessanter Baustein zur Geschichte des Varietés.

 

Dietmar Winkler

 

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Delia Müller: Das bittere Erbe. Erika Fuchs, Tochter des Hellsehers Hanussen, erzählt

Verlag Athesia Spectrum, Bozen 2006, 181 S., Abb., ISBN 978-88-6011-064-0, 3 €

 

Die Erinnerungen von Erika Fuchs an ihren Vater, den Hellseher Hanussen, sind zwar bereits vor einiger Zeit erschienen, dürften aber wenig bekannt sein.

Die Mutter, Therese Luksch, eine Schauspielerin, heiratete 1920 Erich Steinschneider und lebte mit der Tochter Erika in Wien. 1924 wurde die Ehe geschieden, Therese Luksch war danach für einige Jahre mit dem Industriellen Fuchs aus der Brauereifamilie Forst in Meran verheiratet.

Die Autorin schildert in dem Band das Leben von Erika Fuchs, dabei sind die Erinnerungen der 1920 geborenen Erika an ihren Vater Hanussen aus der Sicht des Kindes interessant. Beschrieben werden auch spätere Begegnungen mit Hanussen in Meran.

Angefügt sind die Erinnerungen von Therese Fuchs gesch. Steinschneider an Hanussen.

 

Dietmar Winkler

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Kinderbücher

 

Jorge Bucay: Wie der Elefant die Freiheit fand. Illustrationen von Gusti

Fischer Verlag GmbH, Frankfurt a. M. 2010, unpag., Ill., ISBN 978-3-596-85417-2, 14,95 €

 

Das im Jahre 2008 in Buenos Aires erschienene Buch liegt jetzt in der deutschen Übersetzung vor.

Es besticht durch die ganzseitigen, außerordentlich schönen Illustrationen von Gusti Llimpi und durch die Typografie.

Die auf wenige Zeilen je Seite beschränkte Geschichte erzählt von einem Jungen, der im Zirkus einen angeketteten Elefanten sieht und erfährt, dass der Elefant von klein auf angekettet wurde und sich nun nicht mehr seiner Kraft bewusst ist, um die Kette auszureißen. Er wünscht sich, dass das Tier weiter im Zirkus bleibt, aber ohne Kette.

 

 

Kitty Jones: The Black Circus Caravan. Der schwarze Zirkuswagen

Tandem Verlag GmbH, Königswinter 2010, 144 S., ISBN 978-3-833108532, 4,95 €

 

Die Detektiverzählung für Kinder, die ein Abenteuer im Zirkus schildert, wurde als Lernmaterial für die englische Sprache ab 10 Jahren bearbeitet. Der Text mit dem Grundwortschatz des 1. Lernjahres ist eine Mischung aus deutsch und englisch. Eingearbeitet sind Übungen zur Festigung der gelesenen englischen Wörter und Wendungen.

 

 

mingripsI Zirkus. Zehn spannende Fragen und Antworten

Contmedia Verlag  GmbH, Burg 2010, 28 S., Ill., ISBN 978-3-941497-35-1, 0,95 €

 

Das Bändchen im Format 10 x 10 cm erzählt eine kleine Geschichte von La und Martin, die einen Zirkus besuchen. Auf den linken Seiten sind jeweils Fragen aus der Geschichte zu beantworten.

 

 

 

 

Markus Osterwald: Bobo im Zirkus

Rowohlt Taschenbuchverlag, Reinbek 2010, unpag., Ill., ISBN 978-3-499-1568-1, 4,95 €

 

Ein Hartbilderbuch über den Besuch des kleinen Bären Bobo im Zirkus.

 

 

Arminio Rothstein: Toby & Tobias. Die Abenteuer aus dem Zirkus HABAKUK

Nacherzählt von Andreas Brixler

Books on Demand GmbH, Norderstedt 2010, 132 S., ISBN 978-3-8391-0292-3, 9,90 €

 

Arminio Rothstein schuf für den Österreichischen Rundfunk rund 90 Kindersendungen mit den Abenteuern des Äffchens Tobias und des Hundes Toby.

Die Geschehnisse um den verzauberten Zirkus HABAKUK, den die beiden wieder zum Leben erwecken, hat Andreas Brixler nacherzählt.

 

 

Manuela Sanne, Ariane Rudolph: Tuffi – eine elefantastische Geschichte

Edition Köndgen, Wuppertal 2010, unpag., Ill., ISBN 978-3-939843-12-2, 12,95 €

 

Die Geschichte um den Elefanten Tuffi ist schon fast legendär und hat sich am 21. Juni 2010 zum 60. Male gejährt.

Damals wollte Franz Althoff mit dem kleinen Elefanten als Reklamegag mit der Wuppertaler Schwebebahn fahren. Tuffi erschreckte sich jedoch und sprang aus der Bahn in die Wupper, dabei blieb sie zum Glück unverletzt.

Manuela Sanne hat die Geschichte in Verse gefasst und Ariane Rudolph dazu entsprechende Illustrationen geschaffen.

 

 

Helge Glatzel-Poch: Zirkus. Malbuch ab 5

München, arsEdition GmbH 2010, ISBN 978-3-7607-5269-3, 2,50 €

 

Malbuch mit ganzseitigen Zirkusmotiven

 

 

Xavier Deneux: Mein allererstes Zirkusbuch

BV Berlin Verlag GmbH, Berlin 2010, unpag., Ill., ISBN 978-3-8270-5377-0, 8,90 €

 

Ein sehr schönes Hartbilderbuch mit Zirkusmotiven.

 

 

Kunterbunter Spielspaß mit Pippi im Zirkus

Verlag Friedrich Oetinger, Hamburg 2010, unpag., Ill., ISBN 978-3-7891-1797-8, 4,95 €

 

Die Figur der Pippi Langstrumpf führt in diesem Beschäftigungsbuch für Kinder ab 5 Jahren durch den Zirkus, dabei sind Gedächtnisaufgaben zu lösen oder Figuren auszumalen.

 

 

Carmen Kofler, Evi Gasser: Ratzifatti Manderlatti. Das Märchen von Clown Manderlatti, Zauberer Sims und Prinzessin Hannah

Spectrum/Athesia AG, Bozen 2009, 47 S., Ill, mit Spiel & Bastel-Heft, 35 S., Ill.,

ISBN 978-88-6011-141-8, 19,90 €

 

Clown Manderlatti ist so ungeschickt, dass ihn der Zirkusdirektor hinauswirft. Manderlatti macht sich auf den Weg, erlebt viele Abenteuer und trifft neue Freunde.

Dem großflächig illustrierten Buch ist ein Spiel- und Bastelheft beigegeben, das Anleitungen zum Basteln der Figuren aus dem Buch, zu kleinen Jonglierübungen und Zaubertricks gibt.

 

 

Dietmar Winkler

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